Salzkammerguttrophy 2015

mit 211km und 7000hm in 15:08:22
Fahrer: Marcus Bock

Trophy 01 1

Der Wecker klingelte um 2:30 Uhr. Danach kurz frischmachen und dann das Frühstück, welches schon am Abend zuvor auf das Zimmer gestellt wurde, auspacken. Kaffee, dazu zwei Semmeln, Ei, Butter und Nutella. Hmmm, für zwei Semmeln nur ein Nutella (kleine Einsemmel Verpackung) da hat wohl jemand nicht mitgedacht. Wurscht, keine Zeit nachzudenken, um 4:00 kommt der Shuttle und holt mich vorm Hotel ab. Mit dem letzten Bissen in der Backe schnell in die Bike Klamotten rein. Sonnencreme auftragen und die Ärmlinge drüber stülpen. Jetzt der Griff zu den aufgereihten Gels. Soll ich wirklich 15 Gels mitnehmen?? Egal rein in die Trikottasche. Rechts oder links? Links, da rechts die Riegel rein sollen. Passt!! Nun noch das in Beuteln verpackte Getränkepulver, Riegel in die Tasche und gleich die Windjacke drüber, da es nur 9°C in der Nacht hatte. Helm, Schuhe usw. geschnappt und raus zum Bike, welches noch im Auto schlummerte. Alles aus dem Auto geladen und das VR in die Gabel fixiert. Passt! Alles dabei???? Schlauch, Schaltauge, Kabelbinder, Reifenheber und Pumpe?? Ja, alles da! Perfekt! Shuttle ist soeben eingetroffen. Bike auf den Hänger und rein in den Bus. Los geht’s. Die Aufregung steigt. In Bad Goisern angekommen und schnell in das Starterfeld einreihen. Das Starterfeld füllt sich. Jetzt kann man nicht mehr umfallen, hihi. 5:00 Uhr Startschuss. Die Meute beginnt sich durch die Morgenluft zu pflügen.

Trophy 01

Jetzt wird sich zeigen, ob sich die einjährige Vorbereitung gelohnt hat. Immer nur treten und durchhalten ist das Motto. Erstes Ziel ist das pannenfreie und sturzfreie Durchkommen. Zweites Ziel ist das Ganze unter 15 h zu schaffen.

Trophy 02

Die ersten 2 Stunden sind rum, und das Tempo ist gut. Die Beine hätten sich vom Hero vielleicht noch ein bisschen besser erholen können. Aber Wurscht, einfach nicht drüber nachdenken und weitertreten. Bringt ja eh nichts, jetzt bist mitten drin. 9 te Stunde Fahrzeit: Nach 9 Stunden wäre der Hero fast rum gewesen. Hmmm, ich werde aber noch 6 Stunden treten und noch ein paar hm nach oben müssen, um diese dann in geilen Trails wieder herunterzufahren „wink“-Emoticon Salzberg ist noch vor mir und wird mich nach 10h wie ein Hammer treffen. Jetzt auf der Ebene noch etwas Speed geben. Aber nach dem kurzen Vergnügen winken schon die Streckenposten ich soll langsam tun. Bremsen, links rein und hoch geht’s auf den Salzberg. Er ist da, und ich muss rauf. Fast oben angekommen. So eine steile Straße habe ich noch nie gesehen. Angeblich soll diese 30% Steigung haben. Ich fragte mich nur, wie da der Teer noch hält?



Nach ca. 12h und an einem Anstieg, mal wieder 600hm am Stück nach oben, merke ich wie ich trete und trete, aber nicht mehr nach vorne komme. Kein Problem, nimm einfach das 13 Gel! Ein geübter Griff in die Trikot Tasche und schwups rein in den Mund. Weiter geht es in die 13 te Stunde. Komisch, das Gel hilft nicht mehr. Kommen nicht mehr in der gewohnten Geschwindigkeit nach vorne. Kopf ausschalten und weiter geht’s. Rechts und links traumhafte Aussicht und der nächste Trail ist da. Mit Freude den verblockten Abhang hinunter. Fun pur . Nur nicht die Reifen aufschlitzen wie damals beim Hero. Jeder Stein wird im Fluge gesichtet und mit schnellen aber präzisen Lenk Manövern umschifft. Nächster Sprung und rein in die Kurve. Immer schön Druck auf den Reifen halten. Untergrund hält und ich kann die Geschwindigkeit mitnehmen.

Trophy 03
14 te Stunde ich müsste eigentlich wieder ein Gel nehmen und etwas essen. Bekomme aber den Mund nicht dazu, sich zu öffnen. Er möchte kein Gel und auch keinen Iso Drink mehr. Ich bring nichts mehr runter. Die Beine werden leer und jeder kleine Anstieg ist schwer. Nur noch eine Stunde vor dem Ziel. Nur nicht aufgeben und keinen Sturz oder Panne riskieren. Das Ziel 15h ist noch erreichbar. Nächster Anstieg ist da. Die Geschwindigkeit fühlt sich an als ob ich stehe. Über die Kuppe und auf der Schotterstraße aerodynamisch nach unten. 14h 55 min nun geht es auf der Straße Richtung Bad Goisern. Alles ist noch drin. Du kennst sie Strecke, da geht es auf der Straße nur noch gerade. Mist wieder ein schwarzer Pfeil!! Runter von der Straße auf einen Schotterweg. Unter einer Brücke durch und auf der andere Seite eine steile Wiese wieder rauf. Runter vom Rad, nicht fahrbar. Rad anheben und in den provisorischen Treppen, welche in dem Wiesenhang rein getreten sind rauf. Oben auf der Straße mit einem Sprung aus Bike.

Trophy 04

Gib alles, Du hast nur noch 3min. Rum um ein eingezäuntes Gelände, rein auf einen Pfad und durch ein Waldstück. Mittlerweile ist es duster geworden und man sieht keine Wurzen oder Steine mehr. Das Risiko steigt genauso wie das Adrenalin. Ein Blick auf die Uhr zeigt die nackte Wahrheit Fahrzeit 15:00. Mist Ziel nicht erreicht. Gemütlich ins Ziel rollen!? Nein es wird bis zum Schluss gekämpft! Jede Platzierung zählt für das persönliche EGO. Jetzt noch von einem anderen Teilnehmer überholt werden. Nein Danke. Alles geben!! Evtl. noch welche einholen Beine machen mit und Puls ist auch wieder auf Taktzahl. Genial, da geht noch was. Da ist ein Biker in Sicht, schon ist er da. Vorbei an ihm. Mist der hängt sich in den Windschatten. Jetzt noch geschätzte 700m ins Ziel. Schau bloß, dass der dich nicht kurz vorm Ziel versenkt. Geschätzte 300m bis zum Ziel, jetzt den Windschatten im Endspurt aufreißen. Trittfrequenz erhöhen, raufschalten und bloß nicht mehr nach hinten schauen. Nur alles geben. ZIEL nach 15:08:22 geschafft!!



Absolut super organisierte Veranstaltung. Labestationen und Helfer, einfach klasse. Die Zuschauer am Rande der Strecke waren fantastisch und feuerten uns verschiedene Anstiege hinauf. Dieses Gefühl macht abhängig und solche Veranstaltungen wären ohne diese vielen freiwilligen Helfer und Zuschauer nur halb so schön, wenn überhaupt.
Vielen DANK an Euch!! Ihr wart Super!!!