Die Fichtelgebirgsracer boten im Zeitraum 22.08.-29.08.2010 erstmals einen Alpencross für Einsteiger in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Weiherer an.
Von ursprünglich 12 gemeldeten Teilnehmern starteten am 22.08. um 0400 Uhr, 9 erwartungsfrohe Reiseteilnehmer an den Hallen der Firma Weiherer um, mit einer weiteren Reisegruppe die ca. 4stündige Fahrt an den Ausgangsort der Alpenüberquerung Garmisch auf sich zu nehmen.
  
Start in Garmisch
Start in Garmisch gegen Mittag
 
Zu den 9 Teilnehmern kamen noch die beiden Guides Sebastian und Henning welche für die Tourenführung verantwortlich waren.
 
Der Grundgedanke „wir bringen jeden über die Alpen“ stand als wichtigste Guidline ganz oben auf der Agenda und so starteten Alle vergnügt am Bahnhof von Garmisch zum Etappenziel des ersten Tages, Imst!
 
Die Gruppe radelte auf gut ausgebauten Radwegen welche zunächst noch geteert waren in Richtung Grainau und bog dann in südlicher Richtung nach Ehrwald ab. Der Weg nach Ehrwald war dann abwechslungsreicher und auch die Untergründe ließen immer mehr auf einen Alpencross mit Mountainbikes schließen. Ehrwald war das auserkorene Zwischenziel der ersten Tagesetappe denn die Mägen verlangten nach einigen Stunden des wach seins nach etwas Essbaren.
 
Nach einer ausgiebigen Mittagspause und mit aufgefüllten Kohlehydratspeichern ging es an den ersten Aufstieg über den Fernpass. Auf rogeligen Forstwegen ging es immer stetig bergan, etwas kniffelig stellte sich die Überquerung der Fernpassstrasse dar denn der rege Kfz verkehr machte eine Überquerung fast unmöglich. Der anschließende Trail ließ das Flair eines Alpencross in allen Köpfen wach werden und ein jeder genoss die Abfahrt auf mit Wurzeln und einigen Stufen gespickten Trails.
 
Zum Ausfahren des ersten Tages ging es weiter auf Radwegen bis Imst, wo nochmals ein Anstieg bis zur Unterkunft anstand.
 Der Fernpass und seine Opfer
 
 
Der Fernpass und sein Opfer
Beim gemeinsamen Abendessen in einem netten kleinen Gasthof ließen die Alpencrosser in Späh den ersten Tag Revue passieren.
Tag zwei teilte die Gruppe in zwei Teams, eines unter dem Motto „je steiler je geiler“ und eins mit dem Motto „ruhig Brauner“.
 
Für Team 1 stand, nachdem gemeinsam Imst in waghalsiger Manier durchquert wurde, ein Anstieg von 1250 Höhenmeter am Stück an. Währendessen sich Team zwei auf dem bestens ausgebauten Radwegen in Richtung Nauders dem Etappenziel des Zweiten Tages begab.
 
Mittagessen auf knapp 2000 Metern mit Speckknödeln oder Hauswurst und Kraut, stand gemütlichen Einkehren in unterschiedlichen Cafes gegenüber.
 
Höhenprofil Tag zwei "Option"
Höhenprofil Tag zwei „Option“
Für die Höhenmeter Junkies ging es aber nochmals 900 Höhenmeter weiter nach Oben, mit einer Tragepassage und Regenwetter. All dies konnte uns nicht von einem fantastischen Trail abhalten welcher vorbei an Almen zurück ins Oberinntal führte.
 
Der Lohn für alle Mühe 
Der Lohn für schieben, tragen und schwitzen
  
 
Team 2 nutzte die Gelegenheit aus dem Oberinntal entlang der schweiz/österreichischen Grenze noch einen Ausflug über historische Gemäuer und einen schönen Weg hinauf nach Nauders zu wagen. Die prognostizierte Dolce Vita stellte sich für die Mitfahrer in der schönen Landschaft und den kulinarischen Köstlichkeiten schnell ein.
 
Währendessen schwitzte Team 2 und legte zum Erreichen des Etappenzieles einen zahn zu, jedem war bekannt das der Anstieg nach Nauders von Martina kein Pappenstiel sein würde und die Summe der Höhenmeter ließ noch ca. 500 Meter vermissen. Durchbeißen und genießen hieß die Devise und Gemeinschaftlich erreichten Alle vier überglücklich die Pension in Nauders. Schnell duschen und dann ab zum essen und anschließend in eine Apre Ski Bar. Ein schöner Tag ging dem Ende entgegen.
 
Tag Drei, der Wetterbericht sagte Regen voraus, vor uns zunächst 150 Höhenmeter bis zum Reschenpass, dann 30km Abfahrt und weiter flach bis Meran. Das Etappenziel heute heißt Gagazon ca. 10km südlich von Meran.
 
Es geht ganz gut auf dem Radweg voran und als erster Ausblick winkt der Reschensee welchen wir ostwärts passieren. Leider zwingt uns der einsetzende regen zum Kleiderwechsel und so geht es die nächsten Kilometer vorbei an malerischen Südtiroler Ortschaften in der Regenkluft.
 
Reschensee
Reschensee im Dunst, noch ohne Regen.
  
 
Aber die Luft wird immer Milder, das Klima auf der Südseite der Alpen ist einfach ein Genuss, und so sitzen wir am Nachmittag in Meran im Eiscafe, trocknen unsere Jacken und müssen zum abkühlen der Füße schon wieder in den erfrischenden Bach in Meran steigen. Leider geht es nun durch den Straßenverkehr von Meran und es heißt im Entenmarsch durchkämpfen. Nach Gagazon führt uns ein malerischer Weg durch die Obstplantagen von Südtirol wobei der Eine oder Andere das naschen nicht seinlassen kann.
  
Fußkühlung in Meran
Fußkühlung in Meran
 
In Gagazon winkt der vorhergesagte Pool in dem fast die ganze Mannschaft die verdiente Abkühlung geniest.
 
Am Abend gab es Rotwein satt, gepolstert mit Schinken und Allerlei anderen Delikatessen, das machte Lust auf mehr und Pläne für eine abweichende Tour am folgenden Tag wurden geschmiedet. 
  
gemeinsames Abendessen
So wird’s gemacht, Prost!
  
 
Ehrlich gesagt war ein leichtes ziehen an der Kopfhaut am folgenden Morgen nicht zu verleugnen, aber das kann uns nicht von der Besichtigung einiger Castellos welche sich am ansteigenden Hang zeigten abhalten. Der Plan war schnell geändert, Zwischenziel Heute sollte der Kalterer See sein, gesagt getan und so ging es durch die Weinberge in einkleines Seitental und weiter in Richtung Kaltern, fordernde Trails und spannenden Abfahrten durch Obstplantagen zierten den Vormittag, und so waren Alle gegen Mittag am See angelangt. Baden oder schwitzen hieß die Devise und so machte sich eine kleine Gruppe ohne Gepäck, das blieb am see, auf den Weg zur Leuchtenburg oberhalb des Kalterer See`s. Wer es genau wissen will, wir befinden uns jetzt etwa auf Höhe des Brenner bzw. hier kommt die Brennerstraße ins Etschtal.
 
Ausblick auf den Kalterer See
Kalterer See von der Leuchtenburg
  
 
Die Schwitzfraktion hatte sich einiges vorgenommen denn der Anstieg war steil und technisch sehr anspruchsvoll, Schiebe- und Tragepassagen wechselten sich ab. Oben angelangt belohnte ein Atemberaubender Ausblick auf das Etschtal und den Kalterer See, sowie die weitläufigen Obstplantagen der Region.
 
Jetzt galt es wieder abzufahren und die Bremsen wurden nochmals richtig warm, Mittagessen am See und es ging weiter Richtung Etschtal Radweg und auf diesem im Gegenseitigen Windschatten in Richtung Mezzocorona ganz in der Nähe von Mezzolombardo. Am Ende des heutigen Tages zeigte der Tacho 105km was eine sehr respektable Leistung ist.
 
Logisch, Abends gibt es Pizza und als Schlummi Fix dazu Vino Rosso.

 

Tag Fünf, der Gardasee ruft, erwartungsvoll wird aufs Rad gestiegen, aber nicht ohne den allmorgendlichen Bike-Check. Der erste Cappucino ist für Trient angesetzt, ein Katzensprung. Und so ist die Gruppe in gemäßigtem tempo unterwegs durch die herrliche Landschaft des Etschtales. Immer wieder trifft man Bike Gruppen und irgendwie zieht es Alle an den Lago di Garda. Der Pflichtstopp im Biketreff „Bicicligrill“ unmittelbar am Radweg lässt die Temperaturen welche am Gardasee zu erwarten sind bereits erahnen. Vorbei an Rovereto geht es über den letzten Pass und hinter jeder Kurve wird der Blick auf das Wasser des Gardasee erwartet. Allerdings ist dieser erst nach der Ortschaft Nago so richtig zu sehen und Alle stehen gemeinsam beisammen zum Finisher Foto oberhalb des Zieles unseres Alpencross.
 
Ankunft am Gardasee
Am Ziel von fünf Tagen Biken.
  
 
Abfahrt Richtung Torbole, vorbei am Mecki`s dem Biker Treff in Torbole auf dem Radweg entlang des Ufers geht es Richtung Riva. Immer mehr Radfahrer aller Coleur sind zu sehen, und wir erreichen überglücklich den Marktplatz von Riva an dem sich unser Hotel befindet. Was fehlt jetzt noch, der „Lake jump“ ja klar und so wagen sich einige noch ins Hafenbecken zur Abkühlung.
 
Sprung in den Gardasee 
He hepp!
 
 Der Freitag stand zur freien Verfügung, egal ob auf den Tremalzo oder den Monte Baldo, Jeder fand etwas und so traf man sich am Freitag Abend ein letztes Mal um die Details für die morgendliche Heimfahrt zu besprechen.
 
Am Samstag ging es dann mit dem Bus der Firma Weiherer und Sebastian am Steuer zurück nach Hause.
Ich hoffe das es einem Jeden gefallen hat, ich möchte mich bei Allen Teilnehmern bedanken für das Engagement das in diese Tour eingebracht wurde und meinen Respekt zu dieser tollen Leistung aussprechen.
 
Bis demnächst, auf den Rad – und Wanderwegen in der Nähe oder Ferne.